U-Verlagerung Pegmatit
Ein paar Fotos über die U-Verlagerung Pegmatit. Die U-Verlagerung Pegmatit wird, nach dem Stand vom 06.07.1944, in der Liste der vergebenen Decknamen für Untertage-Verlagerungen bereits geführt.
Pegmatit ist ein grob- bis riesenkörniges magmatisches Gestein aus den heute bedeutsamen Mineralen und seltene Elemente wie Bor, Beryllium und Lithium gewonnen werden. Im Herbst 1943 plante das Reichministerium für Bewaffnung und Munition unter Alber Speer die "bombensichere" Verlagerung von wichtigen Rüstungsfertigungen in unterirdische Räume und verbunkerte Bauwerke. Als potentielle Verlanderungsorte kamen Höhlen, Eisenbahn- und Straßentunnel, Steinbrüche und versteckte Täler in Frage. In der aufgestellten Systematik der Decknamen beim RMfRuK (Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion) bekamen neue Stollenanlagen Geologische Bezeichnungen. So sollte man annehmen, das es sich bei der „U-Verlagerung Pegmatit“ in einer neu angelegte Stollenanlage befinden müsste. Doch laut dem Buch „Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges“ von Hans Wichert wurde Pegmatit in einem Straßentunnel geplant. Straßentunnel bekamen jedoch vom RMfRuK Vogelnamen! Hat sich hier ein Fehler ins Buch eingeschlichen oder gibt es vielleicht eine andere Erklärung?
Im Hofer Anzeiger vom 26.03.1937 wurde, in einem Zeitungsbericht, von arbeiten am Schlossberg in Nordhalben berichtet. Bei den Arbeiten handelte es sich um ein Tunnelbauprojekt für die zukünftige Umgehungsstraße. Hierzu wurde ein Stollen von 2 Meter Höhe und 2 Meter breite durch den Berg getrieben. In drei Schichten arbeiteten insgesamt 80 Mann an diesem Bauvorhaben. Der Tunnel sollte nämlich bis Juni/Juli 1937 fertiggestellt werden. Der Rohbau der Umgehungsstraße die durch den Schlossberg-Tunnel führt wurde kurz vor oder nach Kriegsende erst fertiggestellt und nach Aufbringung der Oberdecke im Jahre 1951 für den Verkehr freigegeben. So war der Tunnel zu Kriegszeiten nicht in Betrieb und wurde daher vermutlich für die Verwendung für Rüstungszwecke von dem Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion aufgenommen.
Im Buch „Grenzerfahrungen Nordhalben 1154-2004“ herausgegeben von Horst Wunder findet man im Kapitel Tunnelbau – Umgehungsstraße zwei kurze aber interessante Sätze. Zitat aus dem Buch: „Der Tunnel selbst fand“



