Die untertägige Verlagerung Schrätzer
Ein Nachtrag der strenggeheimen Listen der RMfRuK vom 15. Januar 1945 nennt den U-Verlagerungsdecknamen „Schrätzer“ (U-Verlagerung Schrätzer) mit der OT-Objektnummer 50. Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion hatte den Hangstollen, vermutlich der „Tiefer Stollen“, für die untertägige Rüstungsproduktion freigegeben.
Das Kalkwerk in Hammerunterwiesenthal, ursprünglich als Werk I bekannt, war bereits seit dem 18. Jahrhundert für die Kalkgewinnung bekannt. Die Entwicklung der untertägigen Abbauverfahren begann im Jahr 1927 und wurde 1938 durch den Übergang zum Werk II fortgesetzt. Die Verbindung der beiden Brüche durch einen 600 Meter langen Verbindungstollen ermöglichte eine effizientere Ressourcenverteilung.
Die Verlagerung der Rüstungsproduktion in den unterirdischen Räumlichkeiten wurde im Zuge des Zweiten Weltkriegs initiiert. Die genaue Umsetzung und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur sind bislang nur indirekt belegt. Die OT-Baunummer 50 deutet auf eine geplante untertägige Produktion hin, deren vollständige Realisierung jedoch nicht nachweisbar ist.
Die historischen Aufzeichnungen und die Verknüpfung mit dem Kalkwerk zeigen, wie unterirdische Räume im Zweiten Weltkrieg genutzt wurden. Die genaue Rolle des „Schrätzer“-Projekts bleibt aufgrund fehlender Dokumente weiterhin Gegenstand der Forschung.



