Die Sprengstofffabrik mit dem Decknamen „Werk Tanne“ war die fünft größte im Deutschen Reich und stand im Zentrum der Rüstungsproduktion NS-Zeit. Das Werk wurde inmitten eines dichten Waldgebiets errichtet, um Tarnung und Sicherheit zu gewährleisten. Die Lage am östlichen Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld bot zudem einen ausreichenden Grenzabstand zum Ausland, was den Bau des Werkes ermöglichte.
Einfluss auf die Region und Bauvorhaben
Die Montan GmbH erwarb als erstes das Gelände für das Werk Tanne, das auf einer Fläche von annähernd 120 Hektar entstand. Die Fertigstellung im Jahr 1938 markierte den Beginn der Produktion, die bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Dornröschenschlaf verblieb. Die Fabrik umfasste 214 Gebäude und war mit Schwerlastwegen und Pflasterungen ausgestattet, die aus der Luft wie einfache Waldwege aussahen.
Die Errichtung des Werkes brachte Arbeitsplätze in eine Region, die nach dem Zechenschließen im Harz stark von Arbeitslosigkeit geprägt war. Viele Einheimische wurden für den Bau angestellt, was sowohl wirtschaftliche als auch soziale Auswirkungen hatte. Die Fabrik blieb bis 1945 im Dornröschenschlaf, bis die Produktion im Zweiten Weltkrieg vollständig aufgenommen wurde.



