Raven LiDAR Scanner
3DMakerpro Raven – der neue kompakte LiDAR-Scanner für 2026
Mit dem Raven positioniert 3DMakerpro einen neuen LiDAR-Scanner deutlich anders als die größere Eagle-Serie: weniger als „großes All-in-one-Erfassungssystem“ für maximale Reichweite und Panoramakualität, sondern eher als mobiler, leichter und modularer Spatial Scanner für Anwender, die professionelle 3D-Erfassung in einem kompakteren Format wollen. 3DMakerpro beschreibt ihn als tragbaren LiDAR-Scanner für Vermessung, Mapping, digitale Zwillinge, Gaussian Splatting, Architektur, Denkmalpflege und Medieneinsatz. Auf der offiziellen Raven-Seite wird er als jetzt verfügbar geführt; die Produkt- und Preview-Seiten verorten ihn klar als neues Modell für 2026.
Technisch bleibt der Raven kein Spielzeug: Die angegebene Genauigkeit liegt bei 2 cm auf 10 m, 3 cm auf 20 m und 5 cm auf 40 m. Die Punktwolkenrate liegt bei 150.000 Punkten pro Sekunde, der Scanwinkel bei 360° horizontal und 40° vertikal. Als Scanradius nennt 3DMakerpro 40 m bei 10 % Reflektivität und 50 m bei 80 % Reflektivität; als Scanreichweite werden 80 bis 100 m angegeben. Der Laser arbeitet mit 905 nm und ist als Class 1 / IEC60825-1:2014 augensicher klassifiziert.
Die wichtigsten technischen Neuerungen des Raven
Die eigentliche Neuerung des Raven ist nicht, dass er die Eagle in allen Messwerten schlägt — das tut er nicht. Neu ist vielmehr die Kombination aus Mobilität, Modularität und vermessungsnaher Ausrichtung.
Der Raven wiegt laut offizieller Spezifikation 1,1 kg und ist damit deutlich leichter als der Eagle mit 1,5 kg. Dazu kommt ein abnehmbarer Batteriegriff statt eines rein integrierten Gerätekonzepts. Dieser Griff bietet 12.000 mAh und laut Hersteller bis zu 2 Stunden Laufzeit; außerdem sind schnell wechselbare Akkus und Betrieb über externe Stromversorgung während des Ladens vorgesehen. Genau das ist einer der praxisrelevanten Fortschritte: längere Einsätze im Feld lassen sich besser staffeln, ohne den Scanner komplett stillzulegen.
Ein zweiter großer Fortschritt ist die modulare Erweiterbarkeit. Offiziell genannt werden beim Raven ein RTK-Erweiterungskit für den Raven Max RTK, außerdem Insta360-X4/X5-Unterstützung sowie Zubehör für Fahrrad, Fahrzeugdach, Backpack-Rig und Drohnenmontage. Das zeigt sehr deutlich, in welche Richtung 3DMakerpro den Raven entwickelt hat: nicht nur Handscanner, sondern ein flexibles Erfassungssystem für mobile Szenen, Street-Scanning, Outdoor-Dokumentation und hybride Workflows mit externer Bildquelle.
Ein dritter Punkt ist die Anzeige- und Bedienarchitektur. Der Raven besitzt ein 3,9-Zoll-AMOLED-Display, das auf der Preview-Seite zusätzlich mit 700 Nits beschrieben wird. Eagle hat dagegen ein 3,5-Zoll-Display. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, ist in der Praxis aber relevant: Gerade bei hellem Außeneinsatz oder in dynamischen Rundgängen ist eine größere und hellere Live-Vorschau ein echter Vorteil.
Auch bei den Datenformaten wirkt der Raven stärker auf Vermessung und Weiterverarbeitung zugeschnitten. Offiziell gelistet sind LAS, PCD, PLY, OBJ, E57 und XYZ. Zusätzlich nennt 3DMakerpro auf der Raven-Preview-Seite die Kompatibilität mit Software wie CloudCompare, Leica Cyclone, FARO Scene, Trimble RealWorks, AutoCAD und Revit. Das ist ein klares Signal: Der Raven soll nicht nur hübsche 3D-Szenen erzeugen, sondern auch in klassische Punktwolken- und AEC-Workflows integrierbar sein.
Kamera- und Farbsystem des Raven
Beim Farb- und Bildsystem geht 3DMakerpro mit dem Raven einen anderen Weg als beim Eagle. Der Standard-Raven arbeitet mit einem 12-MP-Kamerasystem auf Basis eines 1/2-Zoll-Sensors; Raven Max und Raven Max RTK besitzen zwei 12-MP-Kameras. 3DMakerpro bewirbt das als HD-Farbpunktwolken und 4K Gaussian Splatting. Zusätzlich wird die Unterstützung externer 360°-Kameras hervorgehoben.
Wichtig ist dabei die nüchterne Einordnung: Der Raven ist nicht der Scanner mit der spektakulärsten Onboard-Farbkamera im eigenen Portfolio. Diese Rolle behält eher der Eagle, insbesondere Eagle Max. Die Raven-Neuheit liegt vielmehr darin, dass 3DMakerpro das Farbsystem offener und flexibler gestaltet: interne RGB-Erfassung plus optionale 360°-Kamera statt ausschließlich auf sehr hochauflösende integrierte Panoramakameras zu setzen. Für Workflows wie digitale Zwillinge, mobile Doku, Außenaufnahmen und Gaussian Splatting ist das strategisch sinnvoll.
Software und Systemanforderungen
Verarbeitet werden die Daten laut 3DMakerpro in Ray Studio, der offiziellen Software für die Spatial-Scanner des Herstellers. Für Raven nennt 3DMakerpro als empfohlene Umgebung Intel Core i7, 64 GB RAM und eine NVIDIA RTX 4060 mit 16 GB VRAM; minimal werden 32 GB RAM und eine RTX 3060 mit 8 GB VRAM genannt. Bemerkenswert ist außerdem, dass die offizielle Raven-Seite ausdrücklich Windows 11+ nennt und den Scanner als nicht kompatibel mit macOS aufführt. Gaussian Splatting wird dabei nur auf NVIDIA-GPUs unterstützt.
Vergleich: Raven gegen Eagle
Der direkte Vergleich ist spannend, weil beide Geräte zwar in derselben Produktfamilie stehen, aber nicht dieselbe Priorität haben.
1. Reichweite und Erfassungsleistung
Beim reinen LiDAR-Durchsatz und der Reichweite liegt der Eagle vorne. Eagle bietet offiziell 200.000 Punkte pro Sekunde, der Raven 150.000 Punkte pro Sekunde. Beim Scanbereich nennt 3DMakerpro für Eagle 80 bis 140 m, für Raven 80 bis 100 m. Auch der vertikale Erfassungswinkel ist beim Eagle mit 59° größer als beim Raven mit 40°. Das macht den Eagle stärker für große Räume, Straßenräume, Fassaden, Hallen und weitläufige Szenen, in denen Flächenabdeckung und Reichweite zählen.
2. Genauigkeit
Bei der offiziell ausgewiesenen Genauigkeit liegen beide Geräte erstaunlich nah beieinander. Sowohl Raven als auch Eagle werden mit 2 cm bei 10 m, 3 cm bei 20 m und 5 cm bei 40 m angegeben. Der Unterschied liegt daher weniger in der Rohgenauigkeit als in der Geometrie des Scans, der Reichweite, dem Bildsystem und der Mobilität.
3. Bildsystem und Texturqualität
Hier liegt der Eagle klar auf der Seite der maximalen integrierten Bildqualität. Eagle Standard nutzt eine 48-MP-Fisheye-Kamera, Eagle Max sogar vier 48-MP-Fisheye-Kameras. Der Hersteller nennt 8K-Panoramafarbausgabe und HDR mit 3–5 EV. Raven arbeitet dagegen mit 1×12 MP beziehungsweise 2×12 MP in den größeren Varianten und hat laut Spezifikation kein HDR. Wer also vor allem sehr starke eingebaute Panorama-Texturen will, bekommt beim Eagle das stärkere Gesamtpaket.
4. Mobilität und Einsatz im Feld
Hier dreht sich das Bild: Der Raven ist mit 1,1 kg leichter, besitzt den schnell wechselbaren Batteriegriff, läuft laut Hersteller bis zu 2 Stunden und ist ausdrücklich für Zubehör wie Backpack-, Fahrrad-, Fahrzeug- und Drohnenlösungen ausgelegt. Der Eagle ist mit 1,5 kg schwerer und hat laut offizieller Spezifikation eine 12.000-mAh-Batterie für etwa 1 Stunde Betrieb, wobei externe Stromversorgung unterstützt wird. Für längere mobile Feldläufe, Höhlen, Dokumentation vor Ort oder flexible Outdoor-Einsätze wirkt Raven daher klar moderner gedacht.
5. Display und Bedienung
Auch hier hat der Raven die modernere Ausprägung: 3,9 Zoll AMOLED statt 3,5 Zoll beim Eagle. Das ist kein gigantischer Unterschied, aber ein echter Komfortgewinn bei Live-Kontrolle, besonders draußen oder bei wechselnden Lichtverhältnissen.
6. Workflow-Ausrichtung
Der Eagle erscheint als Scanner für Nutzer, die ein stark integriertes Komplettsystem mit hoher Reichweite, großem Sichtfeld und starker Panoramabildgebung suchen. Der Raven wirkt dagegen wie ein leichteres, modulareres und vermessungsnäheres System mit stärkerer Betonung auf Export, Zubehör, mobiler Nutzung und flexibler Farberfassung. Diese Einschätzung ist eine Schlussfolgerung aus den offiziell genannten Spezifikationen und Zubehör-/Formatangaben.
Für wen ist der Raven interessanter als der Eagle?
Der Raven ist besonders interessant für Anwender, die viel unterwegs scannen, die ein leichteres Gerät wollen oder die ihre Farberfassung über optionale 360°-Kameras flexibel aufbauen möchten. Ebenso spricht er Nutzer an, die stärker in klassischen Punktwolken-Workflows arbeiten und Formate wie LAS, E57 oder XYZ sauber weiterreichen wollen. Für Architektur, Bestandsaufnahme, Denkmalpflege, Infrastruktur-Dokumentation, mobile Geländeaufnahmen und hybride 3D-/GS-Workflows ist der Raven deshalb sehr attraktiv.
Der Eagle bleibt dagegen die bessere Wahl, wenn maximale integrierte Bildqualität, größere Reichweite, breiteres vertikales Sichtfeld und höherer Punktdurchsatz im Vordergrund stehen. Für großräumige Innen- und Außenumgebungen, visuell beeindruckende 8K-Panoramen und besonders schnelle Flächenerfassung hat Eagle weiter die stärkeren Daten.
Fazit
Der 3DMakerpro Raven ist keine simple Eagle-Kopie in kleiner. Er ist eher die neue mobile Linie im 3DMakerpro-LiDAR-Portfolio: leichter, modularer, im Feld praktischer und stärker auf flexible Erfassung plus Weiterverarbeitung ausgelegt. Seine wichtigsten Neuerungen sind der 1,1-kg-Formfaktor, das 3,9-Zoll-AMOLED-Display, das 2-Stunden-Swap-Battery-Konzept, die 360°-Kamera- und RTK-Erweiterbarkeit sowie die offizielle Ausrichtung auf standardisierte Punktwolkenformate und professionelle Nachbearbeitung.
Im direkten Vergleich bleibt der Eagle das stärkere Gerät für Reichweite, vertikales Sichtfeld, Punktwolkenrate und integrierte Bildqualität, während der Raven die interessantere Wahl für Mobilität, modulare Praxisnutzung und flexible Workflows ist. Anders gesagt: Eagle ist das größere Arbeitstier für große Szenen, Raven das modernere mobile Werkzeug für schnelle, professionelle Spatial Capture im Feld.
Wir testen derzeit den brandneuen Raven LiDAR 3D Handscanner ausgiebig rund um alte Bergwerke und diversen Stollensystemen die auch in der Fledermausschutzzeit betreten werden dürfen.



