Untertage-Verlagerung Trilobit
Die letzten Indizien fand Eismann, von uns heraus, das sich Trilobit in Hessen befindet
Dieser Text stellt keinen eigenen Bericht über die Untertage-Verlagerung Trilobit dar, sondern dient ausschließlich der Klarstellung. Im Internet kursieren zahlreiche Befahrungs- und Fotodokumentationen, die die Grube Gut Glück im Thüringer Schiefergebirge zeigen und ihr fälschlicherweise die U-Verlagerung Trilobit zuschreiben. Auch auf YouTube finden sich mehrere Videos, in denen der Deckname Trilobit mit dieser Grube in Verbindung gebracht wird. Diese Zuordnung ist jedoch sachlich falsch. Der tatsächliche Deckname der in der Thüringer Schiefergrube Gut Glück geplanten Untertage-Verlagerung lautete Klumpfisch.
Die Ursache dieser langjährigen Verwechslung liegt unter anderem in mehreren Publikationen, in denen – offenbar aufgrund mangelhafter Recherche oder Unkenntnis der zahlreichen gleichnamigen Bergwerke in Deutschland – der Deckname Trilobit schlicht dem falschen Bergwerk zugeordnet wurde. Diese Unrichtigkeit verbreitete sich anschließend immer weiter und entwickelte sich zu einem Selbstläufer. Das von vielen als verwirrend empfundene Decknamenschema des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegswirtschaft trägt zusätzlich zur Unsicherheit bei. Nach diesem Schema wäre ein technisch-geologischer Name wie „Trilobit“ eigentlich einem Stollenneubau zuzuordnen – was jedoch, wie so oft, nur teilweise zutrifft. Hinzu kommt, dass der Trilobit ursprünglich ein Meereslebewesen war, das bereits seit etwa 251 Millionen Jahren ausgestorben ist und nur noch in versteinerter Form vorkommt. Die Vergabe mancher Decknamen wirkt daher bis heute inkonsequent, auch wenn sie in schätzungsweise rund 80 Prozent der Fälle plausibel erscheint.
Tatsächlich gab es eine Untertage-Verlagerung mit dem Decknamen Trilobit, die ebenfalls in einer Grube Gut Glück vorgesehen war – jedoch nicht in Thüringen. Die Ursache der Verwechslung liegt im mehrfach verwendeten Bergwerksnamen. Insgesamt sind mindestens drei Bergwerke mit dem Namen „Gut Glück“ bekannt. Eines davon liegt in Witten und war ein Steinkohlenbergwerk ohne jede geplante U-Verlagerung. Das zweite Bergwerk trägt denselben Namen und befindet sich bei Gräfenthal im Thüringer Schiefergebirge. Für dieses wurde, wie erwähnt, die U-Verlagerung Klumpfisch vorgesehen. In einigen Veröffentlichungen wird auch die benachbarte Schiefergrube Edmund als Standort von „Trilobit“ bezeichnet; auch dies ist unzutreffend. Das dort geplante unterirdische Rüstungsprojekt trug den Decknamen Krebs.
Das dritte Bergwerk mit der Bezeichnung Gut Glück befand sich im Raum Braunfels nahe Wetzlar im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Genau hier war die U-Verlagerung Trilobit angesiedelt. Dieses Bergwerk erhielt im Dritten Reich sogar zwei Decknamen: zunächst Güster beziehungsweise Güster B, was für eine U-Verlagerung in einem Erzbergwerksstollen typisch war. Da die unterirdischen Hallen des geplanten Stollenneubaus jedoch noch nicht vollständig ausgeschossen waren, musste die Produktion zunächst übertägig in einem provisorisch errichteten Waldwerk vor dem Stollen aufgenommen werden.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Untertage-Verlagerung Trilobit eindeutig dem nordhessischen Erzbergbaugebiet zuzuordnen ist und nicht im Thüringer Wald lag. Die häufige Fehlzuweisung beruht allein auf der Namensgleichheit mehrerer Gruben „Gut Glück“ sowie auf unpräzisen Angaben in älteren Publikationen.


