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Vom Bergbau diverser Gruben um Hüttenrode bis zur Grube Braunesumpf

 

Im Hüttenroder Bergbaugebiet wurde bereits vor hunderten von Jahren Bergbau betrieben. Man spricht heute vom Elbingröder Komplex wo unter anderem die Grube Büchenberg, die Schwefelkiesgrube Einheit und der „Große Graben“ dazugehört sowie die Grube Braunesumpf. Bei der Grube Braunesumpf handelt es sich um ein neueres Bergwerk. Aber dazu kommen wir noch später warum Braunesumpf neuer ist.


Um den kleinen Ort Hüttenrode wurde wie schon bereits erwähnt vor Jahrhunderten Bergbau betrieben. Es wurde in Tagebauen, kleinen Tageschächten und später dann über Stollen Eisenerz bzw. Roteisenerz gewonnen. Genauer gesagt wurde vorwiegend Magnetit-Siderit-Chlorit-Erze abgebaut. Aus dem bisher ältesten bekannten Verzeichnis aller Hüttenroder Gruben aus dem Jahre 1650 geht hervor das es 25 Gruben am Holzberg gab die von zwei Eigenlehnern betrieben wurden. So wurde lange Zeit um Hüttenrode herum Eigenlehner Bergbau betrieben. Da man immer tiefer im Berg das wertvolle Eisenerz suchte und auch förderte hat man um 1800 herum den Holzberger Stollen in den Berg getrieben um die Wasserzuflüsse in den Griff zu bekommen und das geförderte Erz besser abtransportieren zu können. Die Grubenfelder im Holzberger Revier waren im Besitz vom braunschweigischen Staat. Dieser scherte sich aber wenig um den Bergbau im Hüttenroder Revier so dass dieser immer unrentabler, für den Staat, wurde und in einigen Bereichen zum Erliegen kam. Vor dem wirtschaftlichen Kollaps warnte bereits 1840 der damalige Finanzminister. Doch erst 27 Jahre später wurden die Grubenfelder in Privatbesitz gegeben. Nach dem neuen Besitzer und seinen wirtschaftlichen Erkenntnissen wurden die Grubenfelder um 1860 aufgeschlossen und modernisiert. Es gab hier schon etliche Stollen die in die einzelnen alten Gruben führten aber waren klein oder unwirtschaftlich geworden. Etliche waren aber auch bereits einfach verbrochen und einfach nicht mehr im Gelände aufzufinden. Doch in den ersten Betriebsjahren lief die Förderung schleppend. Durch den Deutsch-Französischen Krieg stieg die Nachfrage von Eisen und Stahl erheblich so dass sich der Bergbau im Revier grundlegend änderte. 1870 wurden die Harzer Werke (Aktiengesellschaft Harzer Werke zu Rübeland und Zorge) von der Firma Braunschweigische Berg- und Hüttenwerke am Harz der Gebr. Eltzbacher gegründet. Diese war gerade mal 3 Jahre alt. Durch das vorhandene große Grundkapital wurde kräftig investiert bzw. modernisiert und die Förderung stieg wieder an. Vermutlich infolge dessen wurde sogar 1871 eine Kaiserjagd organisiert zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. Der Bergbau um Hüttenrode bekam also dann am 1. November 1871 aller höchsten Besuch. Er besuchte aber nicht die Grube Braunesumpf den diese gab es bis dahin immer noch nicht. Diese wurde erst später in Betrieb genommen und besteht aus vielen Gruben rund um den Holzberg die bereits teils zuvor schon in Verbund waren. Die Grube Braunesumpf besteht somit aus vielen Lagerstätten und Revieren die nach und nach verbunden wurden aber auch bereits verbunden waren.


So wurden die Abbaugebiete vom Braunesumpfthal mit einem Stollensystem unterfahren hierzu wurde das vorhandene Stollensystem vom Lodenbleek Revier zum Mühlenwegrevier weitergetrieben. Nach Fertigstellung brachte der Stollen eine Teufe von 60 Metern unter dem bisherigen Abbau ein und erreichte eine Länge von 1500 Metern. Das Leibefahrer Lager sowie das Holzbergrevier, durch einen Querschlag, wurden ebenfalls erschlossen. Durch Großprojekte wie der Wilhelm-Burchardt-Stollen und dem Holzbergschacht wurde der Abbau neuzeitlich. Die Arbeiten am Stollen liefen noch bis 1932 aber bereits 1925 wurde der Eisenerzbergbau stillgelegt Den zuvor 1921 wurden die die Harzer Werke übernommen vom Märkisch-Westfälische Bergwerkverein Lethmate. In der Übernahme bzw. Verkaufsbedingung war dies eine Bedingung das der Stollen fertig gestellt wird. Die Bergbau AG Lothringen führte das Bergwerk aus Reservebergwerk und führte nur Unterhaltungsarbeiten durch. Als die Firmen Krupp und Hoesch sich in einem neugebildeten Konsortium heraus für die Grubenfelder interessierten und dann 1934 Verträge ausfertigt waren wurde der Bergbau in Hüttenrode wieder in Schwung gebracht und nach fachkundigen Befahrungen und Inspektionen alle umliegenden Reviere bei Hüttenrode unter den neuen Namen Braunesumpf zusammengefasst. Von dort an sprach man von der Grube Braunesumpf. Es handelt sich eigentlich aber nur um ein Gesamtkomplex der vielen Reviernamen bei Hüttenrode. Die Bezeichnung Braunesumpf wurde zum Synonym für den Hüttenroder Bergbau. Die Erzförderung wurde bereits 1934 wieder aufgenommen. Es wurde im Tief- und Tagebau gefördert und dabei neue Querschläge getrieben. Die Grube Braunesumpf umfasste zu Betriebsende 9 Sohlen mehrere Schächte darunter auch Blindschächte und einige Kilometer Stollen sowie die Tagebaue. Der am Holzberg war der größte und tiefste mit einer Gesamtfläche von über 9 Hektar.

 

 

Im heutigen Walter-Hartmann-Stollen bei Blankenburg wurde im zweiten Weltkrieg eine U-Verlagerung geplant und schließlich bewilligt. Der Tarnname des bergmännischen Groß Projektes lautete „Porphyr“ und kommt aus der Gesteinskunde. Im Stollenneubau wurde eine Rüstungsverlagerung mit dem Tarnnamen „Klosterwerke“ errichtet. Die Bewilligung des Bauvorhabens war eine reine Formsache. Der Verlagerungsbefehl ging am 05.05.1944 heraus. Mehr über die U-Verlagerung Porphyr demnächst. Eins ist aber noch kurz zu sagen die Rüstungsverlagerung ist seit geraumer Zeit nicht mehr zu befahren auf Grund einer Verwahrung durch das zuständige Bergamt. Sie sicherte das Mundloch und dem dahinterliegenden Stollen wegen einer sich darüber befindlichen Straße. Die weit entfernte Grube Braunesumpf ist ebenfalls verwahrt und dient heute vielen Fledermäusen als Quartier. Mit modernster Überwachung werden diese possierlichen Tierchen beobachtet und gezählt.