Das "Alte Kalkbergwerk Miltitz"
Die Bergbaugeschichte fing mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Kalkabbaues für das Rittergut derer von Heynitz ab 1571 an. Wobei es einige Anhaltspunkte gibt die bereits auf die Zeit um 1400 hinweisen. Der Kalk wurde bis 1770 in den saisonalen Sommermonaten nur abgebaut. Von 1781 bis 1810 wurde dann durchgehend der Kalk im sogenannten blauen Bruch über Tage abgebaut bis man dann ab 1850 in den Tiefbau mit überging. Es wurde nun an zwei Stellen Kalk gebrochen, bläulicher im Blauen Bruch und grauweißer bis weißer im Tiefbau. Durch den Tiefbau entstanden Weitungsbaue von bis zu 12m Höhe. Ab 1896 bekam man große Probleme mit der Wasserhaltung des Bergwerkes da immer wieder Wasser von der Triebisch ins Bergwerk drang. Um den Kalk schneller aus dem Berg zu bekommen hat man einen 150m langen Förderbremsweg bis zur heutigen 2 Sohle getrieben. So konnte über angebrachte Förderbänder der Kalk direkt zu den Brennöffen transportiert werden. Diese befanden sich unmittelbar direkt neben dem Mundloch des Förderbremsweg. Der abgebaute Kalk besitzt einen Kalziumkarbonatgehalt von bis zu 98% welches sehr hoch ist. Petrografisch ist es, bedingt durch die Kontaktmetamorphose des Meissner Granitmassives, ein Marmor. Das in den Öfen verarbeite Rohmaterial ging dann als Ware als sogenannter Ätzkalk für das Baugewerbe, Rohkalk in Stücken, und gebrannter Kalk für die Glaswerke, direkt per Bahn zu den jeweiligen Kunden. Die Kalklinsen wurden in insgesamt 5 Sohlen abgebaut in Weitungsbaue von 8 x 8 Metern Größe und einer Höhe von ca. 10 - 12 Meter. Aus Sicherheitsgründen und Angst ließ man 1 - 2 Meter Kalk stehen, darüber lagert z. T. nämlich brüchiger Hornblendschiefer.
Am 25. Mai 1916 kam es zu einem großen Tagebruch, der heutigen sichtbaren Pinge. Teile der unterirdischen Weitungsbaue unterhalb des Blauen Bruches waren zusammengebrochen. Die Grubenbaue wurden dann ab 1917, deswegen, bergmännisch verwahrt. Aber schon 1922 begann man wieder im Tiefbau arbeiten aufzunehmen und dann ein Jahr später auch wieder im blauen Bruch. Die Arbeiten wurden jedoch bereits 1924 wieder eingestellt da sich die Kalkvorräte erschöpften und auch immer mehr sich in Richtung der Bahngleise verschoben. So ließ man 1924 die Grube absaufen. In der selben Zeit wurde der alte Wiesenstolln in der Nähe aufgewältigt um ein neu entdecktes Kalksteinvorkommen über ihn abzubauen. Der gute Miltitzer Marmor wurde dort noch bis 1965 gefördert. Die Abbaustätte ist als „Neues Kalkbergwerk“ bekannt.
Besucherbergwerk
Die Gemeinde Triebischtal eröffnete im Juli 2000 das "Alte Kalkbergwerk" schließlich wieder und stellte es als Besucherbergwerk der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Führungen werden meist von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt. Die Führungen sind informativ und spannend sowohl für Jung als auch alt. Zusehen gibt es nicht nur das alte Kalkbergwerk sondern auch Fragmente der ehemaligen U-Verlagerung Rauchquarz dem Untertage Vorhaben Molch III & Molch IV.
Das Bergwerk ist von April bis Dezember sonn- und feiertags geöffnet und die Führungen finden um 13.30 Uhr - Besuchergruppen ab 8 Personen sind ganzjährig und täglich willkommen. Hierzu bedarf es aber einer telefonischen oder schriftlichen Anmeldung. Die Führung im alten Kalkbergwerk dauert etwa 80 Minuten. Temperatur im Bergwerk liegt bei + 8 °C!
Besuchen Sie das Alte Kalkbergwerk Miltitz, Bahngässchen 5, 01665 Klipphausen – Einfahrt Roitzschen, Triebischtalstraße.
Gemeindeverwaltung Klipphausen (während der Dienststunden):
Telefon 035204 2170
Fax 035204 21729
Mail:
Weitere Informationen unter http://www.kalkbergwerk.de/
Kalkbergwerg Miltitz
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Ein paar Fotos vom Kalkbergwerk Miltitz. Die Bergbaugeschichte begann mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Kalkabbaues für das Rittergut derer von Heynitz im Jahr 1571. Allerdings deuten einige Anhaltspunkte bereits auf eine Nutzung um das Jahr 1400 hin. Der Kalk wurde bis 1770 nur in den Sommermonaten abgebaut, ab 1781 bis 1810 dann über Tage im sogenannten blauen Bruch. Ab 1850 setzte der Tiefbau ein, wodurch der Kalk an zwei Stellen gebrochen wurde – bläulicher im Blauen Bruch und grauweißer bis weißer im Tiefbau.
Technische Entwicklung und Ausbau
Durch den Tiefbau entstanden Weitungsbaue bis zu 12 Meter Höhe. Ab 1896 stiegen die Probleme mit der Wasserhaltung, da Wasser aus der Triebisch ins Bergwerk drang. Um den Kalk schneller zu transportieren, wurde ein 150 Meter langer Förderbremsweg bis zur 2. Sohle gebaut. Der abgebaute Kalk besitzt einen Kalziumkarbonatgehalt von bis zu 98 %, was sehr hoch ist. Petrografisch ist es ein Marmor, bedingt durch die Kontaktmetamorphose des Meissner Granitmassives.
Das Rohmaterial wurde als Ätzkalk für das Baugewerbe, Rohkalk in Stücken und gebrannter Kalk für die Glaswerke direkt per Bahn transportiert. Die Kalklinsen wurden in insgesamt 5 Sohlen abgebaut, in Weitungsbaue von 8 x 8 Metern Größe und einer Höhe von ca. 10–12 Meter. Aus Sicherheitsgründen ließ man 1–2 Meter Kalk stehen, da darüber brüchiger Hornblendschiefer lagerte. Am 25. Mai 1916 kam es zu einem großen Tagebruch, der heute sichtbaren Pinge. Teile der unterirdischen Weitungsbaue unterhalb des Blauen Bruches waren zusammengebrochen.
Die Grubenbaue wurden ab 1917 bergmännisch verwahrt. Doch bereits 1922 begann man wieder im Tiefbau zu arbeiten, und ein Jahr später auch im blauen Bruch. Die Arbeiten wurden jedoch 1924 eingestellt, da sich die Kalkvorräte erschöpften und immer mehr Sicherheitsbedenken aufkamen.



