Deckname Schrätzer mit der OT-Objektnr. 50
U-Verlagerung Schrätzer
Im ehemaligen staatlichen Kalkwerk Hammerunterwiesenthal anfangs als Werk I (Schmiedels Bruch) bekannt wurde schon früh Kalk gewonnen. In einer Akte des Bergamtes Oberwiesenthal wurde 1741 (erstmals) ein Kalkofen erwähnt. So wurde vermutlich schon weit vorher im Gebiet Kalk abgebaut. Über die vielen Jahren entstanden tiefe Tagebaue und Stollen mit großen Abbaukammern. 1869 begann man einen unteren Förderstollen aufzufahren mit dem Namen „Tiefer Stollen“. Er hatte nach Fertigstellung eine Länge von 167 Metern und ließ die Förderung steigen. 31 Jahre später wurde dann der Tagebaustollen mit einer Länge von 106 Metern aufgefahren, das war also 1901. Die beiden Stollen dienten den Abtransport vom dem gewonnen Kalk zum Brennofen. Ab 1927 begann man dann den untertägigen Abbau von Kalk rund um die Tagebaue. Der Abbau von Kalk im Tagebau ging aber noch weiter bis ins Jahr 1927 ab da wurde der Tagebaubetrieb eingestellt und nur noch untertägig Kalk gewonnen. Der Abbau im Werk I, also dem Schiedels Bruch, nahm ab und so wurde im Januar 1938 der Böhmes Bruch übernommen. Er wurde Werk II auch genannt. Um die Arbeiten zu erleichtern wurden beide Brüche (Bruch I und Bruch II) mit einem Verbindungstollen um 1939 bis 1941 aufgefahren. Bei Fertigstellung des Verbindungsstollens hatte dieser eine Länge von 600 Metern und man begann bereits 1943 mit dem Aufschluss des Bruch III.
Durch den zweiten Weltkrieg und der Suche nach unterirdischen Räumlichkeiten, des Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion abgekürzt RMfRuK, wurde das Kalkwerk aufgenommen und einige Zeit später für eine Verlagerung als geeignet befunden. In einem Nachtrag der strenggeheimen Listen der RMfRuK vom 15. Januar 1945 ist der U-Verlagerungsdeckname „Schrätzer“ (U-Verlagerung Schrätzer) mit der OT-Objektnummer 50 zu finden. Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion hatte den Hangstollen welches vermutlich der „Tiefer Stollen“ ist für die untertägige Rüstungsproduktion freigegeben. Indizien und weitere Informationen sind bisher nicht gefunden worden. Nach der OT-Baunummer zu urteilen sollte die U-Untertage Anlage aber bereits produziert haben. Die Untertägigen Stollen und dessen Abbauhallen sind seit Jahren bereits verbrochen so dass man keine Spuren mehr finden kann.
Seit 1992 ist die Lagerstätte eine Reservelagerstätte der GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke GmbH. Diese stellte 1993 den Tiefbau welcher zuletzt auf der Sohle 5 stattgefunden hat ein.
Momentan warten wir auf Akten aus dem Archiv um unsere Recherchen weiter führen zu können
Fotogalerie U-Verlagerung Schrätzer
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Ein Nachtrag der strenggeheimen Listen der RMfRuK vom 15. Januar 1945 nennt den U-Verlagerungsdecknamen „Schrätzer“ (U-Verlagerung Schrätzer) mit der OT-Objektnummer 50. Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion hatte den Hangstollen, vermutlich der „Tiefer Stollen“, für die untertägige Rüstungsproduktion freigegeben. Das Kalkwerk in Hammerunterwiesenthal, ursprünglich als Werk I bekannt, war bereits seit dem 18. Jahrhundert für die Kalkgewinnung bekannt. Die Entwicklung der untertägigen Abbauverfahren begann im Jahr 1927 und wurde 1938 durch den Übergang zum Werk II fortgesetzt. Die Verbindung der beiden Brüche durch einen 600 Meter langen Verbindungstollen ermöglichte eine effizientere Ressourcenverteilung. Die Verlagerung der Rüstungsproduktion in den unterirdischen Räumlichkeiten wurde im Zuge des Zweiten Weltkriegs initiiert. Die genaue Umsetzung und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur sind bislang nur indirekt belegt. Die OT-Baunummer 50 deutet auf eine geplante untertägige Produktion hin, deren vollständige Realisierung jedoch nicht nachweisbar ist. Die historischen Aufzeichnungen und die Verknüpfung mit dem Kalkwerk zeigen, wie unterirdische Räume im Zweiten Weltkrieg genutzt wurden. Die genaue Rolle des „Schrätzer“-Projekts bleibt aufgrund fehlender Dokumente weiterhin Gegenstand der Forschung.Die untertägige Verlagerung Schrätzer



